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Lobbyarbeit in Mecklenburg-Vorpommern
Der ADFC will, dass Mecklenburg-Vorpommern ein Radfahrland wird. Bei uns sollen sich Fahrradtouristen wohl fühlen und Einheimische gerne auf das Fahrrad steigen. Wie wir uns
die Wege zum Radfahrland Mecklenburg-Vorpommern vorstellen, haben wir auf der Landesversammlung 2006 beschlossen und danach an die Verantwortlichen im Land weitergegeben.
Der Landesverband setzt sich für eine fahrradfreundliche Politik ein, sowohl bei der Landesregierung als auch bei den Kommunen.
Auf der ADFC-Landesversammlung am 13. März 2011 befassten sich die Delegierten mit der Radverkehrssituation im Land. Auch wenn in den vergangenen 20 Jahren viele Radwege in Mecklenburg-Vorpommern gebaut wurden, müssen die Bedingungen für Alltags- und Freizeitradfahrer flächendeckend verbessert werden.
Der ADFC-Landesvorstand fordert von der Landespolitik, den Radverkehr in den kommenden fünf Jahren in den folgenden Punkten zu verbessern:
1. Das Fahrrad hat ein hohes Potential als umweltfreundliches Verkehrsmittel in Stadt und Land. Wir wollen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern mit einer Verdoppelung des Radverkehrsanteils innerhalb von 10 Jahren als vorbildliches Radfahrland profiliert. In der kommenden fünf Jahren soll der Radverkehrsanteil landesweit um 50 Prozent erhöht werden.
⇒ Wir fordern einen politischen Beschluss über einen Radverkehrsplan für Mecklenburg-Vorpommern, der zur Erreichung dieses Ziels konkrete Maßnahmen, z.B. ein landesweites Radverkehrsnetz sowie entsprechende Haushaltsmittel, ausweist.
2. Mecklenburg-Vorpommern ist eine der beliebtesten Radreiseregionen in Deutschland, obwohl die Qualität der Radfernwege nicht befriedigend ist. Wir wollen, dass Radtouristen und Einheimische in Mecklenburg-Vorpommern eine sichere und komfortable Infrastruktur sowie flächendeckend einen guten Service vorfinden.
⇒ Wir fordern die Zertifizierung aller Radfernwege als ADFC-Qualitätsrad-routen. Die internationalen Radfernwege (Berlin-Kopenhagen = EuroVelo 7 , Ostseeküstenradweg = EuroVelo 10 und Iron Curtain Trail = EuroVelo 13 ) sowie die nationalen Radfernwege (zusätzlich Oder-Neiße = D-Route) sind in den kommenden fünf Jahren auf ein Vier-Sterne-Niveau zu bringen.
3. In enger Verknüpfung mit Bus und Bahn ist das Fahrrad auch über weite Strecken eine ökologisch verträgliche Alternative zum Auto. Der Fahrrad-transport mit Bus und Bahn ist in Mecklenburg-Vorpommern unbefriedigend. Zudem fehlen an vielen Bahnstationen und Buslinien sichere Abstellmög-lichkeiten für Fahrräder.
⇒ Wir fordern ein Programm zur Realisierung von Radstationen an allen Regionalbahnhöfen und wichtigen Buslinien in den kommenden fünf Jahren. Gleichzeitig muss das Angebot für die Fahrradmitnahme in Bus und Bahn hinsichtlich Kapazitäten und Tarife attraktiver werden.
4. Viele Radwege in Mecklenburg-Vorpommern entsprechen nicht dem Stand der Technik, etliche Streckenabschnitte bergen ein erhöhtes Unfallrisiko.
⇒ Wir fordern eine Qualitätsoffensive für alle Alltags- und Freizeitradwege in Mecklenburg-Vorpommern: Dazu gehört der Abbau unnötiger Poller und Drängelgitter sowie die Sicherung von Radwegenden, Querungen und Einmündungen.
5. Mecklenburg-Vorpommern profiliert sich als Gesundheitsland, während viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene übergewichtig sind. Radfahren im Alltag sorgt für die gesundheitlich notwendige Bewegung.
⇒ Wir fordern eine Imagekampagne «Pro Radfahren» und ein landes-weites Projekt «Kinder aufs Rad». Eltern und Kinder müssen motiviert werden, anstelle von «Mama-Taxis» das Fahrrad für den täglichen Weg zur Kita oder Schule zu nutzen.
Wir veranstalten - inzwischen in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium - Konferenzen und Tagungen, um den Weg zu einem Radfahrland Mecklenburg-Vorpommern aufzuzeigen.
Der ADFC bietet den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern Tipps und Informationen zur Förderung des lokalen und regionalen Radverkehrs.
Mehr dazu erfahren Sie in dem Faltblatt: Den Radverkehr fördern – Bessere Bedingungen zum Radfahren in ländlichen Räumen, Kleinstädten und Dörfern.
Eine Übersicht über Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung finden Sie im Fahrradportal: www.nrvp.de/foerderfibel
Um Ideen und gute Projekte zur Radverkehrsförderung zu verbreiten, hat sich der Landesverband an der Übersetzung des «Cycling Inspiration Book» aus dem Interreg-III-B-Projekt «Baltic Sea Cycling» beteiligt. Das Inspirationsbuch «Fahr Rad – Wege zur Fahrradstadt» wurde an mehr als 5.000 Interessierte sowie an Fachleute aus Verwaltung, Politik und Vereinen kostenlos versandt. Die Inhalte sind auch abrufbar unter www.fahrradinspiration.de und verlinkt mit Praxisbeispielen aus dem Fahrradportal »
Das kommunale Netzwerk MV bike wurde am 21. September 2009 ins Leben gerufen und wird von der Denkfabrik Fahrrad an der Hochschule Wismar gemanagt. Die beteiligten Landkreise, kreisfreien Städte, Ämter und Gemeinden wollen gemeinsam an der Verbesserung der radverkehrspolitischen Strukturen im Land arbeiten. Der ADFC MV arbeitet gerne im Beirat mit, wenn dieser einberufen wird. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite zum kommunalen Netzwerk MVbike »
Wir sind gespannt auf erste Ergebnisse der Interministeriellen Arbeitsgruppe IMAG Radverkehr, die 2010 eingerichtet wurde. Der ADFC hat seit langem eine ressortübergreifende Zusammenarbeit der Ministerien gefordert und beteiligt sich gerne mit inhaltlichem Input.
Mehr Informationen dazu finden Sie im Portal der Landesregierung:
Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern/Radverkehr »
Die Parteien fragen wir vor den Wahlen, ob und wie sie sich für die Belange der Radfahrer einsetzen wollen. Daraus haben wir die Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2006 zusammengestellt. Dies werden wir vor der Landtagswahl 2011 wiederholen. Hier geht es zu den Wahlprüfsteinen 2006 »
Politiker-Radtouren: Unsere Politiker setzen wir gerne selbst mal auf das Fahrrad, um sie für die Probleme der Radfahrer zu sensibilisieren, z.B. in Schwerin »

